Der „Neue“ hat die Reservisten bestens im Griff

Thomas Weiland zündet mit seiner Gesellschaftein Feuerwerk in Grün und Weiß. Im Saal Flatten wird jeder Fastelovends-Wunsch erfüllt.


Zündete während ihres letzten Auftritts ein wahres Feuerwerk: die Showtanzgruppe der Lustigen Reserve. Foto: Röchterse Andres


Röetsche. Eine mehr als gelungene Premiere, ein emotionaler Abschied, zahlreiche Pointen, akrobatische Einlagen sowie jede Menge „Jecke Tön“ in fantastischer Atmosphäre: Die Große Kostümsitzung der KG Lustige Reserve bot den Narren am Samstagabend im vollbesetzten Saal des Hauses Flatten alles, was das Fastelovend-Herz begehrt. Der frischgebackene Präsident Thomas Weiland nahm nach dem Einmarsch der grün-weißen Schar bestens gelaunt die Meldung von Kommandant Detlev Schifter entgegen, bevor sich die „staatse Keals“ der Reservistenwache, unterstützt durch Sarah Jungbluth, Cindy Jumpertz und Andreas Oleff, „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ zur Musik bewegten.

„Charme, Grazie und Akrobatik – all das sahen sie nicht“, bewertete Thomas Weiland den mit starkem Applaus belohnten Auftritt augenzwinkernd. Der Trommler- und Spielverein Baesweiler sorgte vor dem Ausmarsch der Uniformierten mit Hits wie „Echte Früngde“ und „Viva Colonia“ für ausgelassene Stimmung. Voller Eleganz und Esprit verzauberte Tanzmariechen Sarah Jungbluth das begeisterte Publikum, bevor mit Michael Backes alias „Schmitz-Backes“ ein Zauberkünstler der besonderen Art die Bühne stürmte. Der Trick mit den „Chinesischen Ringen“ dürfte, wie vorhergesagt, so manchen Zuschauer an den Rand des Verstands gebracht haben. „Für einige kein weiter Weg“, wie „Schmitz-Backes“ bemerkte. Unaufgefordert konnte die Bewertung des Auftritts seitens der Jecken im Saal nur lauten: „Uuuuunglaublich!!!“

Genau dies galt auch für den anschließenden Einmarsch seiner Tollität Prinz Alfred III., der sich, begleitet von seinem Hofstaat, den Weg durch ein schmales Spalier verzückter Untertanen in Richtung Bühne bahnte. „Herzlichen Glückwunsch, dass sie gerade nicht bei Facebook eingeloggt sind, sondern hier im Gürzenich von Eschweiler springen, tanzen, singen und so den ursprünglichen Fastelovend feiern“, brachte der Narrenherrscher gleich ein Kompliment an, bevor er gemeinsam mit Bruderherz und Zeremonienmeister Gregor die Ohrwürmer „Tatü, Tata, Prinz Alfred kommt vorbei“ sowie „Und jetzt die Hände in die Höh“ anstimmte. Und dafür in alter Reservisten-Tradition belohnt wurde: Schürze, Reservisten-Bauernhut, grüne Gießkanne und ein Bauernzepter schmückten nun Alfred III. „Fertig ist die Wingse-Buurerei“, begründete Thomas Weiland die Geschenke. Klar, dass sich das Prinzengespann anschließend noch einmal mächtig ins Zeug legte. Mit „Er gehört zu mir“ bewiesen Alfred und Gregor einmal mehr gesangliches Talent.

Wer nun gedacht hatte, eine Steigerung der Emotionen sei nicht mehr möglich, sah sich bald widerlegt. Denn die Showtanzgruppe der Lustigen Reserve gestaltete ihre Abschiedsvorstellung voller Temperament auf beeindruckende Weise. Nicht zuletzt die Zugabe zu den Klängen von „Wir wollen niemals auseinandergehen“ ließ so manches Narrenherz überschwappen. Die erste Rakete des Abends war der verdiente Lohn.

Hohe Auszeichnungen schlossen sich an: So erhielten Kathleen Willms und Janine Werner zunächst die „Silberne Tanznadel“ der Gesellschaft. Dann war es an Komitee-Präsident Norbert Weiland, Janine Werner mit dem BDK-Treueabzeichen in Silber, sowie Kathleen Willms, Alexandra Münster und Sarah Jungbluth mit dem BDK-Treueabzeichen in Gold mit Brillanten auszuzeichnen. Eine Ehre, die später auch noch Andreas Oleff zuteil werden sollte.

Einen Angriff auf die Lachmuskeln startete „Scharwachmüsje“ René Külzer: „Alle reden von Krise, ich bekomme sie schonmal“, machte er deutlich. So schickte er erst kürzlich seinen Führerschein auf Urlaub und fand heraus, dass Golf kein Sport für ihn ist. „Lege ich den Ball so, dass ich ihn treffen kann, sehe ich ihn nicht. Lege ich den Ball so, dass ich ihn sehen kann, treffe ich ihn nicht.“

In perfekter Harmonie präsentierte sich einmal mehr das Reserve-Tanzpaar Cindy Jumpertz und Andreas Oleff dem temperamentvoll mitgehendem Publikum, bevor mit der KG Eefelkank Hastenrath die Gastgesellschaft die Bühne in Beschlag nahm. Präsident Michael Schümmer hatte die „Eefelmarie“ Janine Jansen, die Tanzgarde, die „Brass-Els-Kapelle“ sowie die Showtanzgruppe im Gepäck. Nicht zu vergessen das Trompeterkorps der Eefelkank, das mit „Let me entertain you“, „Verdammt lang her“, „Highway to hell“, „M´r losse d´r Dom in Kölle“ und „Et Trömmelche“ einen weiten Bogen spann, die Zuhörer von den Sitzen riss und sich so natürlich die zweite Rakete des Abends vediente.

Einen wahren Augenschmaus bot zu später Stunde die Husarentanzgruppe „De Burgmüsjere“, die gekonnt akrobatische Einlagen mit Charme und Eleganz verband. Die Jecken auf die Stühle trieb zum Schlusspunkt einer großartigen Sitzung die indestädtische Mundartgruppe „De Kröetsch“, die mit „Ich bin berühmt, ich bin jetzt Präsident“ zunächst Thomas Weiland humorvoll „aufs Korn“ nahm, um wenig später in aller Bescheidenheit ihr Sessionslied „Dat künne m´r joot“ anzustimmen. (ran)


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Neuer Präsident in Amt und Würden - Sessionseröffnung 2011


Der Alde jeht, der Nöje es do: Norbert Weiland (rechts) übergab den Präsidentenstab der
KG Lustige Reserve an seinen Sohn Thomas. Foto: Nils Aßmus

Die Erbsensuppe fließt wieder in Strömen

Eschweiler. Wenige Tage vor dem «Elften im Elften» ging es in den Eschweiler Sälen am Wochenende karnevalistisch hoch her. (...)
In der «Delio-Arena» im Haus Flatten beging die KG Lustige Reservezeitgleich ihre Sessionseröffnung. Zu feiern gab es allerdings nicht nur den Startschuss in die Fünfte Jahreszeit. Nach vier Jahrzehnten als Präsident übergab Norbert Weiland an diesem Abend die Insignien der Präsidentschaft an seinen Nachfolger. Sein Sohn Thomas Weiland wird die Gesellschaft als neuer Präsident durch die Session führen.

Nach der Begrüßungsrede durch das neue Oberhaupt begann die Sessionseröffnung mit Tänzen der Tanzmarie Sarah Jungbluth und der «Reservistenwache». Nach dem Auftritt des Trommler- und Spielvereins Baesweiler servierten die Reservisten die traditionelle Erbsensuppe. Jonas Wintz von den «Bösen Buben» versetzte anschließend den Saal in eine ausgelassene Stimmung für das Tanzpaar Cindy Jumpertz und Andreas Oleff, die ihrer Karnevalsgesellschaft schwungvoll alle Ehre machten.Daran knüpfte die Showtanzgruppe der KG Lustige Reserve nahtlos an und übergab der Husarentanzgruppe «De Burgmüsjere» das Zepter.

Den Abschluss des Programms bildete die Musikgruppe «De Kröetsch», die der karnevalistische Hochstimmung zur Sessionseröffnung noch einmal einen Höhepunkt bescherten. Anschließend durfte jeder tanzen - zur Musik von Michael Kremer .(...)

Verfasser: Nils Aßmus EN/EZ


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Jahreshauptversammlung 2011

v.l. H.Kreutzkamp, N. Weiland, Präsident Thomas Weiland, P. Schleip

Familiärer Stabwechsel bei der Lustigen Reserve


...Nach vier Jahrzehnten an der Spitze der Röthgener Karnevalsgesellschaft gibt Norbert Weiland sein Präsidentenamt an seinen Sohn Thomas, bisher sein „Vize“, weiter. Mit Rat und Tat steht er dem als neuer Stellvertreter zur Seite.

Eschweiler. Um 11.28 Uhr war es dann soweit: „Ich lege mein Amt als Präsident der Lustigen Reserve nieder“, lautete die letzte offizielle Amtshandlung von Norbert Weiland auf der jüngsten Mitgliederversammlung.

Nach vier Jahrzehnten an der Spitze der Röth-gener Karnevalsgesellschaft gibt Norbert Weiland sein Präsidentenamt an seinen Sohn und den bisherigen Vize-Präsidenten Thomas Weiland weiter und bleibt selber als neuer Vize-Präsident mit Rat und Tat an dessen Seite.

„Präsident zu sein, bedeutet viel mehr, als nur auf der Sitzung ein paar Sätze zu sagen. Wer sich dafür zur Verfügung stellt, sollte auch wirklich die nötige Kompetenz haben!“, mit deutlichen Worten unterstrich Norbert Weiland, warum er gerade in seinem Sohn Thomas die richtige Wahl für das Repräsentativste aller Vereinsämter sieht. Die breite Zustimmung der anwesenden Reservisten, die Thomas Weiland ohne Gegenstimme zu ihrem neuen Präsidenten wählten, bestätigte diese Einschätzung in eindrucksvoller Weise.

Da Norbert Weiland zu seinem 40-jährigen Präsidentenjubiläum sein Amt niederlegen wollte, wurden die beiden Ämter des Präsidenten und des Vize-Präsidenten außerplanmäßig ein Jahr vor der Vorstandsneuwahl neu besetzt. Dabei erbte Weiland nach seiner Amtsniederlegung gleich zwei neue Ämter: das des Vize-Präsidenten, in dem er seine Erfahrung weiter in den Verein einbringen wird, sowie das des Ehrenpräsidenten, festgehalten in einer neu erstellten Urkunde.

Tadellose Kassenführung

Zuvor hatte Geschäftsführer Hubert Kreutzkamp mit seinem Geschäftsbericht auf die zurückliegende Session geblickt und Oberzahlmeister Dirk Schmitz Auskunft über die Kassenlage der Lustigen Reserve gegeben. Dessen tadellose Kassenführung bestätigten die Revisoren Andreas Oleff und Georg Schmitz, so dass der Entlastung des Vorstands nichts mehr im Wege stand. Zu neuen Kassenprüfern wurden neben Andreas Oleff Alex Sendscheid und Thorsten Lange gewählt.

Kritische Töne erlaubt

Neben der großen Einigkeit durften allerdings auch kritische Töne auf der Versammlung der 112 Mitglieder starken Karnevalsgesellschaft nicht fehlen, die, solange sie konstruktiv und gerechtfertigt sind, auch immer dankend angenommen werden. So auch der Appell des neuen Präsidenten der Lustigen Reserve, Thomas Weiland: „Ich bitte euch: Wenn etwas nicht passt oder euch etwas nicht gefällt, wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt oder Kritik: Mer könne drövver rede!“(vr)



„Präsident zu sein, bedeutet viel mehr, als nur auf der Sitzung ein paar Sätze zu sagen.“

Norbert Weiland,
Ehemaliger Präsident



Verfasser: Volker Rüttgers EN/EZ

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Kostümsitzung 2011



Eschweiler. Die Bombe platzte erst ganz zum Schluss: „Es gibt ein Sprichwort, das besagt,
dass man aufhören solle, wenn es am schönsten ist. Und das tue ich. Dies war die letzte
Sitzung für mich als Präsident der Lustigen Reserve“, den Worten von Norbert Weiland nach
dem letzten Programmpunkt der Kostümsitzung seiner KG Lustige Reserve am späten
Samstagabend folgten minutenlange „standing ovations“ im Saal der Gaststätte Flatten.
Seine Gesellschaft hatte ihm zum 40. Präsidentenjubiläum zuvor ein über fünfstündiges
Programm geboten, in dem sich ein Highlight an das nächste anschloss. Zu den Klängen
des Spielmannszuges Baesweiler unter der Leitung von Jürgen Opitz marschierte das grün-
weiße Uniformiertenkorps pünktlich um 19:11 Uhr in die „Delio-Arena“ ein, angeführt von
einem bestens gelaunten Präsidenten Norbert Weiland, der diesen Abend besonders genießen
würde. Tanzmarie Sarah Jungbluth sowie das routinierte Tanzpaar Cindy Jumpertz und An-
dreas Oleff sorgten mit ihren Darbietungen für Begeisterung und machten ihrem Ruf als si-
chere Bank in Sachen Tanzakrobatik bei der Lustigen Reserve alle Ehre.
Jede Menge Knastgeschichten hatte „Dä Knubbelisch vum Klingelpötz“ im Gepäck. Der
Kölner, der im wahren Leben ebenfalls JVA-Angestellter ist, meinte, den ein oder anderen
seiner „Klienten“ im Saal erblickt zu haben und erzählte amüsante Anekdoten aus „Mostrich-
City“ (Düsseldorf) sowie über Vulkan-Staubwolken als „Kachelmanns Rache“.

„Was macht mein Kind mit mir?“, diese Frage stellte sich Alfred Wings angesichts kahl ge-
schorener Bodybuilder-Freunde und Autofahrten im ersten Gang mit seiner Tochter. Als ge-
plagter Familienvater erregte der Dürwisser Redner am Samstagabend jedoch weniger Mit-
leid als vielmehr amüsante Schadenfreude beim Publikum, auch wenn sich so mancher Vater
im Saal in den Geschichten mit Töchterlein „Jaquelineee“ wiedererkannt haben dürfte. Mit
einer Hommage an die „Doof Noss“ Hans Hachenberg verabschiedete sich Alfred Wings und
gab die Bühne frei für das Trompetercorps der KG Eefelkank aus Hastenrath, das dem bunt
kostümierten Publikum zu vorgerückter Stunde noch einmal so richtig einheizte. Von „Let me
entertain you“ bis zum „Trömmelche“ lieferten die Musiker, für Präsident Weiland als „bestes
Korps in Eschweiler“ bezeichnet, einen Parforceritt der Rock- und Stimmungsmelodien.

Mit der KG Narrengarde Dürwiß und ihrem Präsidenten Patrick Nowicki konnten die Reser-
visten ebenso gute Freunde begrüßen wie zu Beginn des Abends mit seiner Tollität Prinz
Stephan II. und seinem Zeremonienmeister Leo, die sich traditionell durch ein Meer an Luft-
schlangen den Weg zur Bühne bahnen mussten. „Jeck op Fastelovend“ und ein Bild von
Lukas Podolski, Prinz Stephan II. und Lustige Reserve-Präsident Norbert Weiland verbindet
neben dem Karneval vor allem auch die Liebe zum 1. FC Köln. Das entband das närrische
Oberhaupt allerdings nicht von der Pflicht, einen Krug besonders isotonischen Kraftdrinks zu
nehmen, um der Stimmung im Saal am Samstag gewachsen zu sein.

Die Husarentanzgruppe „De Burgmüsjere“ und die Showtanzgruppe des Vereins hatten sich
nach ihren umjubelten Auftritten noch etwas Besonderes einfallen lassen und gaben gemein-
sam mit den tanzenden Uniformiertenkorps und den „Kröetsch“ ihrem Präsidenten eine Zu-
gabe zum 40. Jubiläum. Doch der emotionale Höhepunkt sollte erst kommen, als Norbert
Weiland mit zitternder Stimme seinen Rücktritt vom Präsidentenamt bekannt gab und ver-
sprach: „Ich werde meiner Lustigen Reserve immer treu sein!“. Für unglaubliche vier Jahr-
zehnte Präsidentschaft dankte der gesamte Verein mit weißen Rosen. Der Eschweiler Karne-
val verliert eine schillernde Präsidentenfigur, behält aber in Norbert Weiland einen engagier-
ten Vereinsmenschen, für den der Karneval längst ein elementarer Teil seines Lebens ge-
worden ist, wahrscheinlich immer schon war.



Verfasser: Volker Rüttgers EN/EZ

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Winzerfest 2010

    
Prinzgemal Dirk Münster, Winzerkönigin Alexandra
Münster, Winzerkönigin 2009 Sara Bosian mit neuem
"Reservistentropfen"




Reservisten feiern den „eigenen“ Wein

Seit Jahrzehnten lädt die KG Lustige Reserve zum Winzerfest –
wie in den großen Weinanbaugebieten.
Aber was den Karnevalisten im Saal Flatten bis zu diesem
Jahr fehlte, war der eigene „edle Tropfen“.
Diesen gibt es nun. Egal ob Rotwein, Weißwein, Rose oder
Prosecco, lieblich oder trocken – alle tragen den Titel „Reservistentropfen“
und kommen vom Weingut „Sturm-Pargen“ aus Bullay an der Mosel.
Natürlich durfte auch in diesem Jahr die Wahl der Wein-Königin nicht fehlen.
Mit dem Spielmannszug Grün-Weiß Eschweiler zog
Alexandra Münster feierlich in den Saal.
Es wurde anschließend nicht nur getanzt: Die Tombola, der Nagelbalken
und das Schiffeversenken bereiten viel Spaß und Freude.

Fotos und Verfasser: Sabine Bergs EN/EZ 28.9.10


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Große Kostümsitzung 2010


Präsident Norbert Weiland nach der Verleihung der
neuen Präsidenkette


Eschweiler. Schmucke Mariechen, ein singender Elferrat, akrobatische Tanzeinlagen und ein
Präsident im Babystrampler: „Jeck Fenk“ lautete der Schlachtruf am Samstag und die gesamte
„Delio-Arena“ im Hotel Flatten stand buchstäblich Kopf, als der grün-weiße Wirbelsturm
namens „Lustige Reserve“ fünf Stunden lang durch den Saal fegte.

Beim traditionellen Auftakt mit dem Spielmannszug „Alt Röthgen“ unter der Leitung von
Peter Morschel ahnte noch keiner der bunt kostümierten Jecken, welche Überraschungen der
Abend barg, schließlich begrüßte Lustige Reserve-Präsident Norbert Weiland gewohnt gut
gelaunt und souverän seine Gäste sowie seine Reservisten und versprach unterhaltsame Stun-
den mit „osserem Eischwieler Fastelovend“.

Die Rolle des Eisbrecher war jedoch zwei Herren aus Köln vorbehalten, den „2 Jeflappten“.
„Gehobener Blödsinn“ bezeichnen Peter Krempler und Hans Becker ihre Art des Humors, die
bei ihrer Indestadt-Premiere am Samstag durchaus beim Publikum ankam, auch wenn die
lang erwarteten musikalischen Vorträge an mitgebrachter Geige und Saxophon der ein oder
anderen Anekdote „ussem Leäve“ weichen musste. „Was soll´s?“, werden sich die Zuhörer
gedacht haben, schließlich blieb zu erwarten, dass es noch genügend Musik im Laufe der
Sitzung zu genießen geben würde.

Doch zunächst stand Tanz auf dem Programm, als Sarah Jungbluth die Bühne und
Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte. Charmante Ausstrahlung kombiniert mit auf den
Takt genauer Choreographie sind ein unverkennbares Markenzeichen von Tanztrainerin
Nanni Bortz, die noch öfters an diesem Abend am Bühnenrand ihren Schützlingen die Dau-
men drückte.

Welche Einmarschmusik könnte besser zu ihm passen als der „Schmucke Prinz“? Marco I.
ließ sich Zeit beim Einzug in Flattens Saal, um die überaus herzliche Begrüßung derLustigen Reserve und ihrer Gäste gebührend zu genießen. Mit seinem Zeremonienmeister
Hans-Willi Huth und „De Fröngde“ im Gepäck rockte Eschweilers Tollität die Bühne wie
kaum ein Narrenherrscher vor ihm mit gleich drei Prinzenliedern. „Su lang de Eng noh
Wasser hätt“ und Norbert Weiland als Sitzungs- wie Karnevalkomiteepräsident für jeden
Spaß zu haben ist, wird Eschweilers Jecken das Lachen nicht vergehen. So auch beim fulmi-
nanten Auftritt Weilands im rosa-roten Babystrampler, der sich seinerseits wiederum
mit Reserve-Helmen und Spielzeug-Trömmelchen beim Zweigestirn revanchierte.

Dann endlich durfte ein wichtiges Aushängeschild der Gesellschaft ins närrische Bühnenge-
schehen eingreifen: Cindy Jumpertz und Andreas Oleff überzeugten einmal mehr mit einem
neuen Tanz und altbekannter Harmonie. Und selbst die wenigen kleinen Pannen wurden
charmant lächelnd weg getanzt, so dass das Publikum gar nicht anders konnte als begeistert zu sein.

Beeindruckend war auch der Auftritt der immer besser werdenden Showtanzgruppe der
Lustigen Reserve, die Jahr für Jahr mehr akrobatische Elemente in ihr Programm einbauen,
auch wenn hierauf sicherlich nicht so der Schwerpunkt liegt wie bei den „Burgmüsjere“, der
hervorragenden Husarentanzgruppe der Röthgener Karnevalsgesellschaft. Ihr Auftritt bildete
den Schluss- und Höhepunkt des tänzerischen Sitzungsprogramms.

„Die Jonge vam Dörep Dürwiß“ von der Narrengarde und die KG „Onjekauchde“ aus Röhe
statteten den Grün-Weißen einen überaus unterhaltsamen Besuch ab und mit den „Kröetsch“
räumten die musikalischen Lokalmatadoren in der „Delio-Arena“ noch einmal die richtige
Stimmung ab. „Mir blieve he he he“ hieß das Motto, mit der die Geisterstunde am Samstag
bei Flatten eingeläutet wurde.

Und was war mit den Überraschungen des Abends? Ausgelassene Stimmung, ein Programm
ohne Langeweile und Erste-Klasse-Karneval sind ja schon die Regel bei der Lustigen Reser-
ve. Überraschend war, dass die Röher Karnevalisten trotz „Schwangerschaftsverbot“ ohne
weibliche Tanzgarde, dafür aber gleich mit einem ganzen Bautrupp männlicher Tänzer auf-
warteten. Überraschend war vielleicht auch, dass der Männergesangsverein des Elferrats ein
Bühnen-Comeback nach dem Karrierehöhepunkt im vergangenen Jahr feierte. Am über-
raschtesten aber war Präsident Norbert Weiland, als ihm sein Sohn und Vize-Präsident
Thomas im Namen der 4ten Korporalschaft eine eigens angefertigte Präsidenten-Kette
mit zahlreichen Orden vergangener grün-weißer Karnevalstage überreichte und sinn-
bildlich für die Brücke zwischen Tradition und Zukunft stand, schließlich ist die 4te
Korporalschaft die jüngste der 79 Jahre alten Lustigen Reserve.

Foto und Verfasser: Volker Rüttgers
EN/EZ


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Äezezupp 2009


Die Bundeswehrköche bereiten das leckere Mahl für die närrischen Reservisten


vl: Präsident Norbert Weiland, Vize-Präsident Thomas Weiland, Geschäftsführer
Hubert Kreutzkamp, 1. Vorsitzender Peter Schleip

Generalstabsmäßig lief die Sessionseröffnung der KG Lustige Reserve über die Bühne.
Kein Wunder, schließlich hatte man die Bundeswehr mit im (Küchen-)Boot.
Denn nach dem Einmarsch des Spielmannszugs “Alt Röthgen" und der Wache sowie der anschließenden Begrüßung durch den Präsidenten Norbert Weiland (Bild links) kam die deftige “Äezesupp" frisch aus den Kasernen-Töpfen auf die Karnevals-Tische.
Nach dem kulinarischen Höhepunkt wurd´s sportlich, zumindest für Steffi Sommer und Kevin Schleip. Das Tanzpaar der Fidele Trammebülle begeisterte mit einer akrobatischen Darbietung.
Das eigentliche Tanzpaar der Lustigen Reserve musste aufgrund eines Bandscheibenvorfalls des Tanzoffiziers Andreas Olef beim Sessionauftakt noch passen, zum karnevalistischen Treiben im kommenden Jahr will es aber wieder in gewohnter Manier die Tanzbeine schwingen.
Topfit fegte dagegen Tanzmariechen Sarah Jungbluth über die Bühne.
Dem Gastbesuch der KG Röthgener Garde folgten weitere Tanznummern: Die Showtanzgruppe der Lustigen Reserve bewies in der Delio-Arena, dass die närrische Zeit längst überfällig war.
Und bevor “De Kröetsch" das Mikro ergriffen, jagten auch “De Burgmüsjere" flott über das Parkett.
Erbsensuppe, Musik und gute Laune - besser kann der Start in die Fünfte Jahreszeit nicht aussehen.

Foto und Verfasser: Stefan Herrmann
EN/EZ vom 10.11.2009